30 Mio. bei Kumbh Mela 2013 in Indien: Größtes Religiöses Festival

Gesellschaft, Kultur, Politik

Sebastian ZangGeschrieben von:

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Die Kumbh Mela in der Stadt Allahabad (Uttar Pradesh, Indien) gilt als das größte religiöse Festival weltweit, sogar als die größte Menschenversammlung überhaupt: Alle 12 Jahre kommen hier für einen Zeitraum von 6 – 8 Wochen Millionen von Menschen zusammen (2013: 30 Mio.). Die Flüsse Ganges und Yamuna fließen hier zusammen, und das Wasserbad während der Kumbh Mela hat im Hinduismus eine hohe Bedeutung: Es steht für Reinigung / Erlösung.

Das Festival zelebriert einen Schöpfungsmythos des Hinduismus, in dem Gott Indra (=Gott der Fruchtbarkeit, der Schöpfung und des Regens) einen Kelch mit dem Nektar der Unsterblichkeit vor Dämonen rettet. Die Kumbh Mela ist gleichzeitig die wichtigste Versammlung Tausender von hinduistischen Mönchsorden, religiösen Organisationen und heiliger Männer (=Sadhus): Für die Diskussion hinduistischer Doktrine und Reformen, aber auch für die Rekrutierung von Anhängern und Fundraising.

Hier einige wichtige Begrifflichkeiten rund um die Kumbh Mela: „Akharas“ sind eine Art von Mönchsorden heiliger Männer (=Sadhus). Historisch sind Akharas entstanden aus den asketischen Orden, die der wichtige Hindu-Reformer Shankaracharya (8. oder 9. Jhdt.) errichtet hat. An ausgewählten Tagen während der Kumbh Mela findet eine vielbeachtete Prozession zum Wasserbad statt, in der die Akharas eine besondere Rolle spielen. Außerden Akharas / Sadhus finden sich außerdem, Eremiten, Mahatmas (=Wanderprediger) oder Tantrics (=Anhänger einer Glaubensschule, die eine Überwindung von Begierde und Angst durch Erleben propagiert).

Bereits die Organisation ist ein faszinierend, die Infrastruktur für die Millionen von Gläubigern wird temporär aufgebaut, auf einer Fläche von 20 Quadratkilometern (!): Unterkünfte, Straßen, Catering … allein 22.000 Straßenlampen wurden in 2013 errichtet. Eine bemerkenswerte Großleistung der Eventorganisation … in einem Land, das für seine notorisch schlechte Infrastruktur bekannt ist.

Für weitere Informationen vergleiche eine (englischsprachige) Dokumentation zur Allahabad Kumbh Mela in 2013: Die Kumbh Mela in 2013 in Allahabad (55 min.)

Quellenangaben:
[1] “India’s Infrastruggles”, Rajiv Lall, in: “Reimagining India”, Clay Chandler, Adil Zainulbhai, Simon & Schuster, 2013, Seiten 232ff
[2] “No Full Stops in India”, Marc Tully, Penguin Books, 1991, Seiten 85ff

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Sebastian Zang

Sebastian Zang

begleitet und berät mittelständische Unternehmen beim IT Offshoring nach Indien: Standortwahl, Gründung, Aufbau eines IT Entwicklungszentrums. Als Geschäftsführer ist er bei dem Softwarehaus Categis GmbH seit 2011 für Aufbau und Weiterentwicklung des IT Entwicklungszentrums in Bangalore / Indien verantwortlich. Er lebt in Indien und Deutschland.

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