Indien: Verlierer des Klimawandels

Gesellschaft, Kultur, Politik

Sebastian ZangGeschrieben von:

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Die aufstrebende Mittelschicht in Indiens Großstädten hat bereits einen CO2-Fußabdruck, der dem Niveau im Westen entspricht. Im Schnitt jedoch liegt der Pro-Kopf-Ausstoß an Treibhausgasen um ein Vielfaches unter dem westlichen Niveau, denn jenseits der urbanen Zentren herrschen einfache Lebensverhältnisse. Es zählt zur Ironie der Geschichte, dass ausgerechnet diese Bewohner des ländlichen Raums in Indien zu den Verlierern des Klimawandels zählen.

Indien gehört zu dem Ländern, die in hohem Maße vom Klimawandel betroffen sind. Dies betrifft Indien in verschiedenen Formen. 2013 kostete das Zusammentreffen von Regengüssen, Erdrutschen und Überflutungen im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand vermutlich fast 1.000 Menschen das Leben. In diesem Jahr gab es aufgrund eines starken Monsuns massive Überschwemmungen in Südasien (Indien, Nepal, Bangladesch), über 1.500 Menschen sind ums Leben gekommen.

Die Bedeutung des Monsuns für die Landwirtschaft ist immens, das Einkommen von Millionen Bauern hängt hiervon ab. Es gibt Indizien dafür, dass aufgrund des Klimawandels die Stetigkeit des Monsuns abnimmt, es kommt zum „Achterbahneffekt“. Während der Monsun dieses Jahr landesweite Überschwemmung verursachte, fiel er vergangenes Jahr spärlich aus, für weite Landstriche bedeutete das eine Dürrekatastrophe. Ein Ausbleiben des Monsuns durch erhöhte Aerosol Emissionen ist möglich. Die Lebensmittelversorgung wird unter diesen Bedingungen prekär.

Für die Trinkwasserversorgung nehmen außerdem die Gletscher im Himalaya eine besondere Bedeutung ein. Hier gilt: Zwei Drittel aller ca. 6.000 Gletscher sind seit dem Jahr 1850 auf dem Rückzug. Das bedeutet zunächst ein vermehrter Wasserzufluss verbunden mit dem Risiko von Überschwemmungen. In einer späteren Phase steht weniger Trinkwasser zur Verfügung. Bereits heute ist die Wasserknappheit das größte Umweltproblem des Landes. Die Wasserversorgung muss durch Staudämme und künstliche Bewässerungssysteme geregelt werden.

Sebastian Zang

Sebastian Zang

begleitet und berät mittelständische Unternehmen beim IT Offshoring nach Indien: Standortwahl, Gründung, Aufbau eines IT Entwicklungszentrums. Als Geschäftsführer ist er bei dem Softwarehaus Categis GmbH seit 2011 für Aufbau und Weiterentwicklung des IT Entwicklungszentrums in Bangalore / Indien verantwortlich. Er lebt in Indien und Deutschland.

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