IT Offshoring / IT Outsourcing nach Indien – Praxistaugliche Optionen für KMU

IT Offshoring

Sebastian ZangGeschrieben von:

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Ob Digitalisierung, Industrie 4.0 oder Mobile First: Geschäftsmodelle von Klein und Groß stehen zunehmend unter Druck zur Anpassung an das digitale Zeitalter, die Nachfrage nach IT Experten und Programmierern wächst. Auf den Fachkräftemangel in diesem Bereich haben Großunternehmen schon längst mit Off- und Nearshoring-Strategien reagiert; Firmen wir SAP, Airbus, Bosch, Siemens betreiben seit Jahrzehnten IT Entwicklungszentren in Indien und anderswo. Doch was macht eine mittelständische Firma mit 20 Software-Entwicklern in Deutschland? Oder ein kleines IT Unternehmen mit nur 5 Programmierern? – Praxistaugliche Optionen liefert der nachfolgende Überblick.

IT Offshoring bzw. IT Outsourcing kommt in verschiedenen Varianten daher. Ein mittelständisches Unternehmen aus München betreibt selbst ein IT Entwicklungszentrum als Tochtergesellschaft in Tschechien; ein langjähriger Player in der IT aus Berlin nutzt IT Outsourcing an einen Dienstleister in Weißrussland; ein kleines IT Systemhaus aus Rastatt vergibt ein zeitlich begrenztes Entwicklungsprojekt an einen Dienstleister mit IT Entwicklungszentrum in Indien. Dies sind Momentaufnahmen. Insbesondere KMU sollten sich bewusst sein, dass ein eigenes IT Entwicklungszentrum in Indien nicht der Startpunkt einer Offshoring/Outsourcing Strategie sein muss, sondern erst das Ergebnis einer mehrphasigen Entwicklung. Der Einstiegspunkt kann viel einfacher sein.

Ich würde einem klein- oder mittelständischen Unternehmen auf Basis eigener Erfahrung unbedingt abraten, bei Bedarf an zwei oder auch nur 5 Programmierern ein eigenes IT Entwicklungszentrum in Indien aufzubauen. Zwar lassen sich durch Hinzuziehen von erfahrenen Consultants typische Fallstricke vermeiden (vgl. dazu folgende Artikel: 5 Jahre IT Entwicklungszentrum in Bangalore – ein Unternehmergespräch und Softwareentwicklung in Indien – Eine Anleitung zum Unglücklichsein), jedoch steht bei einer solch geringen Unternehmensgröße die Leistung in keinem sinnvollen Verhältnis zu den Kosten und Risiken (Compliance-Kosten, notwendiges Overhead für Buchhaltung, HR); die Mitarbeiterfluktuation dürfte vergleichsweise hoch sein, da die Zukunftssicherheit von Mitarbeitern eher gering eingestuft wird.

Gerade für KMU bietet sich ein mehrstufiges Entwicklungsszenario an, eine bedarfsgerechte Skalierung ist damit möglich: Zu Beginn steht ein Projekt mit dem Charakter eines „Testballons“. Hier können Methoden zur Remote Zusammenarbeit etabliert werden, dazu zählen: englischsprachige Spezifikationen für Entwicklungsmodule, Formulierung von Coding Standards und Dokumentationsanforderungen, regelmäßige Status-Calls per Webkonferenz in Englisch. In einem nächsten Schritt können diese indischen Mitarbeiter als exklusive Ressourcen des KMU definiert werden. Das Abrechnungsmodell ändert sich: Statt Fixpreis für ein klar definierte Entwicklungsmodul greift nun die Abrechnungslogik, die als „Time & Material“ bekannt ist: Auf die Gehälter der Entwickler wird eine Marge aufgeschlagen, die Overhead-Kosten und Mentoring durch Senior Kollegen berücksichtigen.

Ausgehend von diesem Offshoring Szenario gibt es zwei Weiterentwicklungs-Optionen, die beide von der Categis GmbH als Offshoring Dienstleister angeboten werden: Zum einen können die Mitarbeiter in eine separate indische Legaleinheit ausgegliedert werden, die eine eigene Tochtergesellschaft des deutschen Auftraggebers wird; das Entwicklerteam wird durch Recruiting ausgebaut, die erforderlichen Overhead-Funktionalitäten werden ergänzt (Finanzen, HR), das eigenständige IT Entwicklungszentrum wird übergeben. Zum anderen sind auch Transfers der indischen Entwickler nach Deutschland eine Option; dies setzt allerdings die Bereitschaft zum Umzug der Entwickler mit Familie voraus, was ggf. bereits im Recruiting Prozess zu berücksichtigen ist; ein Softwarehaus im Raum Stuttgart beispielsweise finanziert in einem solchen Kontext Sprachtraining für die gesamte Familie und schafft damit sowie durch weitere Maßnahmen eine loyale Bindung der Entwickler an das mittelständische Unternehmen (ca. 70 Entwickler, mehr als 20 unterschiedliche Nationalitäten).

Mit einem solchen Stufenmodell kann IT Offshoring / IT Outsourcing auf für KMU eine praxistaugliche Optionen darstellen. Wenn Sie an weiteren Infos zu einer solchen Offshoring / Outsourcing Strategie für KMU interessiert sind, schreiben Sie gerne an sebastian.zang@categis.com

Sebastian Zang

Sebastian Zang

begleitet und berät mittelständische Unternehmen beim IT Offshoring nach Indien: Standortwahl, Gründung, Aufbau eines IT Entwicklungszentrums. Als Geschäftsführer ist er bei dem Softwarehaus Categis GmbH seit 2011 für Aufbau und Weiterentwicklung des IT Entwicklungszentrums in Bangalore / Indien verantwortlich. Er lebt in Indien und Deutschland.

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