Sachin Tendulkar – Kricketlegende in Indien und weltweit

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Sebastian ZangGeschrieben von:

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Großartige Kricket-Spieler erreichen in ihrer Karriere etwa 25 bis 50 sogenannter “Centuries”, nämlich 100 Punkte, die ein Schlagmann in einem Spiel erzielen kann. Sachin Tendulkar erreichte 100 solcher Centuries – eine Rekordmarke, die über Jahre unerreicht sein wird. Eine Milliarde Inder vergötterten den Ausnahmesportler während seiner Karriere von 1989 bis 2013, weitere 500 Millionen Kricketfans außerhalb Indiens bewunderten ihn.

Spätestens 1999 galt der Inder Sachin als der beste Schlagmann im Kricket weltweit, 2011 führt er das Nationalteam Indiens zum Sieg des Worldcups, was ganz Indien in einen Taumel der Begeisterung versetzte und neues Selbstbewusstseins verlieh. Um zu verstehen, welche Stellung Sachin (Jahrgang 1973) im indischen Sport inne hatte, hilft folgende Vorstellung: Ganz Europa interessiere sich ausschließlich für Fußball und verbringe jede freie Minute aktiv auf dem Spielfeld oder am Bildschirm. Stellen Sie sich nun vor, Cristiano Ronaldo sei mit großem Abstand und völlig unangefochten der beste Fußballspieler weltweit. Und schließlich: Ronaldos Team steht nicht nur für einen einzigen Fußballverein, sondern für ganz Europa.

Gerade weil Sachin Tendulkar die Hoffnung einer ganzen Nation geschultert hat (und zwar für ganze 24 Jahre), gerade deshalb hält ihn der Sportjournalist Bobby Gosh für den größten Sportler weltweit. Das gilt umso mehr, als Indien auf der Weltbühne des Sports über Jahrzehnte hinweg das Dasein eines Underdogs führte. Ein Beispiel: Trotz seiner beeindruckenden Bevölkerungsanzahl von 1,2 Mrd. Menschen brachten Indiens Sportler bei Olympia 2008 (Peking) gerade einmal drei Medaillen nach Hause (1x Gold, 2x Bronze) – China im Vergleich: 100. Umso bedeutender die Leistung Tendulkars, der Indien zu neuem Selbstbewusstsein verhalf … der Vergleich zu dem Weltmeistersieg Deutschlands 1954 ist durchaus passend.


Quellenangaben:
[1] “Cricket Superpower”, Harsha Bhogle, in: “Reimagining India”, Clay Chandler, Adil Zainulbhai, Simon & Schuster, 2013, Seiten 277ff
[2] “The God of Big Things”, Bobby Gosh, in: Time Magazine, 21.05.2012, Seiten 30ff

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Sebastian Zang

Sebastian Zang

begleitet und berät mittelständische Unternehmen beim IT Offshoring nach Indien: Standortwahl, Gründung, Aufbau eines IT Entwicklungszentrums. Als Geschäftsführer ist er bei dem Softwarehaus Categis GmbH seit 2011 für Aufbau und Weiterentwicklung des IT Entwicklungszentrums in Bangalore / Indien verantwortlich. Er lebt in Indien und Deutschland.

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