Tipps für Expatriates in Bangalore – Getaways

Reisen in Indien

Sebastian ZangGeschrieben von:

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Das Konzept der „Naherholungsgebiete“ ist in abgewandelter Form auch für Bangalorians nicht unbekannt, und zwar unter dem Stichwort „Getaways“ bzw. „Short escapes“. Unter 2 Stunden ist jedoch kaum eines erreichbar; wenn man sich allerdings einmal daran gewöhnt hat, gibt es eine attraktive Auswahl an Plätzen mit fantastischen Angeboten.

Short Escapes from Bangalore – Tipps für Expatriates – Einführung

Die durchschnittliche Fahrzeit in Bangalore für White Collar Workers von Wohnung zu Arbeitsstätte dürfte zwischen 60 und 90 Minuten liegen, und zwar einfach! Ob also per Two-Wheeler, Fahrzeug oder mit eigenem Chauffeur: Der Bangalorian verbringt zwei bis drei Stunden pro Tag im Verkehr. Die Toleranz für längere Reisezeiten ist mithin (erstaunlich) hoch. Kaum überraschend also, dass Tipps für „Short Escapes from Bangalore“ Ziele umfassen, die zwischen 2 und 9 Stunden Reisezeit entfernt sind. Ein „Short Escape“ in München, Frankfurt oder Berlin hingegen liegt kaum jenseits der 2-Stunden-Marke. Tant pis! Bei einem erfahrenen Expatriate in Indien (der mit der notorisch schlechten Infrastruktur vertraut ist) dürfte das aber kaum mehr als ein zustimmendes Nicken hervorrufen.

Die Auswahl an Getaways ist erheblich. Ich empfehle jedem, der länger als 6 Monate in Bangalore verbringt, das Buch „Short Escapes from Bengaluru“ (Lonely Planet). Die Informationen sind gut strukturiert und umfassen alle praktischen Tipps, die man sich für die Planung eines (verlängerten) Wochenendes wünscht. Nur in einem Punkt überrascht das Buch: Die Getaways umfassen Plätze wie „Shreyas Yoga Retreat“ (Fahrzeit: 1,5 Std.) bis „Kudremukh Trek“ (Fahrzeit: 8 Std.). Wer nun den Radius so weit zieht, kann Goa kaum außen vor lassen (Reisezeit per Flugzeit: 1h). Erstaunlicherweise wird Goa aber in dem Buch mit keiner Silbe erwähnt; diese Destination ist folglich gedanklich zu ergänzen.

Nachfolgend finden Sie nun einige ausgewählte Getaways für eine erste Übersicht, und zwar nach Fahrzeit gruppiert. Hier noch ein Tipp zum Thema Fahrzeiten: Ich persönlich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, meine Fahrten zum Flughafen oder aus Bangalore so zu organisieren, dass Sie in die frühen Morgenstunden oder späten Abendstunden fallen. Die 40km zum Flughafen (vom Stadtteil Indiranagar) sind dann auf freien Straßen innerhalb von 45 Minuten möglich. Für Reisen nach Goa nehme ich also die Maschine um 6.25 Uhr (GoAir), für die Rückreise die Maschine aus Goa um 20.45 Uhr (Ankunft Bangalore: 21.50 Uhr). Probieren Sie’s mal aus!

Short Escapes from Bangalore – Fahrzeit bis 3 Stunden

Das Galibore Fishing & Nature Camp (Fahrzeit: 1h bis 2h) liegt an der Kanakapura Road, nördlich von Bangalore City. Das Camp bietet alles von Rafting, Kayaking, Mountain Biking, Angeln (auch für Anfänger) bis hin zu Trekking und Bird-Watching. Diese Aktivitäten werden Ihnen in der Regel als Wochenend-Paket angeboten, das zwingend Übernachtungen mit einschließt (es gibt 12 Cottages mit Strohdächern für eine authentische Outdoor Erfahrung). Tagesausflüge sind hier also nicht möglich. Weitere Infos unter: www.junglelodges.com.

Ebenfalls an der Kanakapura Road liegt das Angana Country Inn (Fahrzeit: 1,5h): www.anganacountryinn.com. Die liebevoll eingerichtete Umgebung mit Pool bietet Raum zur Entspannung, ist gleichzeitig ein Ausgangspunkt für diverse Aktivitäten in der nahen Umgebung: Wer gerne meditiert (oder hierzu eine Einführung möchte), dem sei das „Pyramid Valley International“ in der Nähe (12km) empfohlen; es wurde 1979 als Meditationszentrum von Brahmarishi Patriji ins Leben gerufen (www.pyramidvalley.org). Nur 4km entfernt liegt das „Art of Living International Centre“, eines der weltbekannten Ashrams, wo Sie beispielsweise an einer Gebetszeremonie teilnehmen können (www.artofliving.org). Große oder kleine Hiking-Touren können Sie hier ebenfalls auf das Programm setzen.

In Shreyas Yoga Retreat (Fahrzeit: 1,5h) finden Yoga-Enthusiasten eine Wellness-Oase im dörflichen Kontext: www.shreyasretreat.com. Wer intensiv Yoga machen möchte, erhält einen Yoga-Plan bis zu 6 Stunden am Tag (inkl. Gruppen-Übungen und Einzelunterricht). Besucher können sich außerdem für eine Ayurveda-Behandlung entscheiden. Außerdem: Der hauseigene Swimming Pool, eine 2,5km lange Jogging Strecke oder Kochkurse für Enthusiasten der indischen Küche. Die Pauschale für Voll-Pension liegt per Kopf bei ca. 18.000 Rupien.

Wer vor allem Ayurveda und Wellness wünscht, findet dies beispielsweise im AyurvedaGram (Fahrzeit: 1h): www.ayurvedagram.com. Die Optionen für Gäste umfassen eine ausgiebige Ayurveda-Therapie, Yoga und Meditation.

Die zweitgrößte Stadt Karnatakas, Mysore (Fahrzeit: 3h), war Hauptstadt des Königreichs Mysore bis zum Jahr 1947 und bietet vor allem beeindruckende Bauwerke. An erster Stelle steht der Palast, der Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und die indisch-sarazenische Architektur verkörpert (www.mysorepalace.gov.in). Außerdem: Die beeindruckende Chamundeshwari-Tempelanlage auf den Chamundi Hills (www.mysorechamunditemple.com), einer der ältesten Zoos Indiens und ganz in der Nähe das (kleine) Ranganathittu Bird Sanctuary.

Short Escapes from Bangalore – Fahrzeit zwischen 3 und 5 Stunden

Chikmagalur (Fahrzeit: 5h) ist bekannt als eines der ältesten Kaffeeanbaugebiete Indiens, mit mehr als 15.000 Kaffeebauern. Hier können Sie bei einer Tour auf einer Kaffeeplantage nicht nur Einblick in die Geheimnisse einer Tasse Kaffee erhalten; Chikmagalur ist außerdem ein Paradies für Trekking-Freunde, bietet Rafting auf dem Bhadra River (vgl. www.capture-earth.com) oder ermöglicht das Golfen im Chikmagalur Golf Club (Tel.: 8262 6565 00) bei ehrfurchterregender Aussicht auf die Bababudanagiri Bergkette.

Der Hill Escape Coorg (Fahrzeit: 4,5h bis 7h) hat sich einen Namen gemacht als „adventure capital of Karnataka“. Das Angebot an Aktivitäten ist tatsächlich überwältigend: Rafting auf dem Barapole River (www.coorgwhitewaterrafting.com), Fliegen in einem Microlight Plane (www.coorgskyadventures.com), Cayaking & Canoeing auf dem Kakkabe River (www.junglemountadventures.com), Quad Biking (www.noworneverland.com) oder Hiking. Diese Aktivitäten werden in je verschiedenen Orten angeboten, die innerhalb des weitläufigen Distrikt Coorg zu finden sind: Kutta (Fahrzeit: 4,5h) bietet beispielsweise Rafting, Hiking und Microlight Planes. In Kakkabe (Fahrzeit: 7h) gibt es Hiking, Kayaking und Canoeing.

Bis zur Jahrtausendwende eher eine Destination vor allem für Kiffer, ist Goa (Reisezeit: 4h) inzwischen zu einer Top Adresse für den Tourismus geworden. Goa ist eine ehemalige portugiesische Kolonie, die erst 1961 an Indien übergeben wurde – bis dahin stand dieser Landesteil unter portugiesischem Einfluss, der bis heute in einer liberalen Geisteshaltung und Unbeschwertheit noch spürbar ist. Entlang der 131km langen Küste gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl von Stränden. Typisch für die Strände in Goa (vor allem in Nord-Goa) sind sogenannte „Shacks“: Strandhütten, die sich typischerweise entlang eines Strandes erstrecken, häufig nur aus Bambushölzern gezimmert. Meistens beherbergen diese Shacks ein Restaurants, eine Bier- oder Cocktailbar, bisweilen Shops mit Kleidung für den Strand.

Je nach Strand (und auch Strandhotel) werden verschiedene Aktivitäten angeboten: Jet-Ski, Paragliding an einem Motorboot, Tauchen (Scuba-Diving), Delphin-Watching, Bird-Watching, Yoga und Vieles mehr. Es empfiehlt sich im Übrigen, (am einfachsten über das Hotel) einen Roller (Vespa, Honda) auszuleihen und damit Goa zu erkundigen. Die Straßen sind auch in der Hochsaison nicht allzu sehr befahren, das Fahren auch für Ungeübte ein Kinderspiel. Für detaillierte Infos: Urlaub in Goa: Wie man einen unvergesslichen Aufenthalt plant

Short Escapes from Bangalore – Fahrzeit mehr als 5 Stunden

Die heutige Tempelruinenstadt Hampi / Vijayanagar (Fahrzeit: 7h) war zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert die mächtigste Hindu-Hauptstadt in Südindien. Sie zählt mit über 80 Monumenten zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Indiens. Hier finden sich Überreste von Palästen, Pavillons, Elefantenställe, Tempel, aber auch malerische Landschaften am Tungabhadra River. Die Ruinenstadt erstreckt sich über insgesamt 26 Quadratkilometer (!), das Gelände lässt sich zu Fuß erkunden oder aber mit Zweirädern, die man ausleihen kann (ca. 200 Rupien pro Tag).

Die Stadt Pondicherry (Fahrzeit: 6h, Nachtbus verfügbar) bietet als ehemalige Hauptstadt Französisch-Indiens (im französischen Viertel) eine Architektur, die jeden Besucher sofort in die Atmosphäre einer französischen Kleinstadt eintauchen lässt. Die Kolonialgeschichte Frankreichs ist hier an jeder Straßenecke förmlich greifbar, die Atmosphäre ist sehr entspannt. Wer Pondicherry besucht, sollte unbedingt einen Besuch in Auroville 10km nördlich einplanen: Hier findet sich die gelebte Utopie einer internationalen und religions-freien Gesellschaft, die heute ca. 1.500 Bewohner verschiedener Nationalitäten umfasst. Von Pondicherry lohnt sich außerdem ein Tagesausflug (Reisezeit: 1h) in die Tempelstadt Mammallapuram, ebenfalls eine Küstenstadt etwas weiter nördlich. Als Unterkunft für Reisende mit großzügigem Reisebudget bietet sich in Pondicherry ein besonderes Resort im Norden Pondicherrys an: The DUNE, Eco Beach Hotel (www.duneecogroup.com).

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