Urlaub und Reisen in Südindien

Reisen in Indien

Sebastian ZangGeschrieben von:

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Südindien bietet nicht nur eine exotische Flora und Fauna, sondern lässt Reisende in eine Lebenswelt eintauchen, die nur wenig gemein hat mit dem Alltag im Westen. Hochglanzbroschüren sind jedoch häufig irreführend, wenn es um die Planung einer Reise nach Südindien geht. Hier die wichtigsten Tipps, aus einer Vor-Ort-Perspektive.

Einführung – Reisen in Südindien

Reiseführer und Reisebroschüren heben nicht zu Unrecht die faszinierenden Seiten Südindiens hervor: „Im Süden scheinen die Palmenhaine grüner und die Reisfelder leuchten geradezu (…) Die Farben Südindiens – von Seidensaris, schimmernden Tanzkostümen, Filmpostern am Straßenrand und Jasminblüten – strahlen mit der Sonne um die Wette.“

Viele erwarten deshalb eine exotische Reise in eine Idylle geprägt von fernöstlicher Romantik oder aber eine Insel der spirituellen Glückseligkeit. Es handelt sich hierbei keineswegs um leere Versprechen. Diese Realität findet sich jedoch eingebettet in einen wirtschaftlichen und politischen Kontext, der für einige Reisende zunächst befremdlich ist. Mag Indien (gemeinsam mit China) bis zum Beginn der Kolonialzeit einer der führenden wirtschaftlichen Mächte gewesen sein (v.a. aufgrund seiner Handwerkskunst, Gewürzanbau, Handelsnation), zählt das Land heute zur Gruppe der „Emerging Countries“: Das Pro-Kopf-Einkommen liegt mit ca. 1.500 US-Dollar etwa 30 Mal niedriger als das vergleichbare Einkommen in Deutschland. Selbst unter Berücksichtigung einer höheren Kaufkraft (ca. 3 Mal) bleibt der Unterschied erheblich.

Diese wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schlagen sich beispielsweise darin nieder, dass viele Gebäude bzw. Unterkünfte nach den Prinzipien des Pragmatismus und der Kosteneffizienz gebaut wurden, nicht im Hinblick auf Ästhetik. Wer ein „Disneyland fernöstlicher Romantik“ erwartet, ist hiervon befremdet; wer dagegen westliche Maßstäbe ablegt, wird zwangsläufig fasziniert von der kreativen Fähigkeit, mit minimalen Ressourcen eine funktionierende Infrastruktur bzw. ein Auskommen zu schaffen. Nehmen Sie einmal an, Sie haben ein Startkapitel von 200 EUR und wollen damit ein kleines Café eröffnen? Eine Quadratur des Kreises? Nicht in Indien. Ebendavon handelt das „Wirtschaftswunder Indien“, das noch immer von knappen Ressourcen geprägt ist. Ich nenne dies das Prinzip des „kosteneffizienten Pragmatismus“, das den indischen Alltag, die Architektur und viele weitere Aspekte Indiens prägt.

Die meisten Besucher Indiens sind fasziniert von der Andersartigkeit (sprich Exotik) des Landes, sie tauchen ein in eine Lebenskultur, die nur wenig gemein hat mit unserem westlichen Alltag: Sei es das Essen mit all seinen Gewürzen, die Bedeutung der Familie in einer kommunitaristischen Gesellschaft, das Klima, die Spiritualität und Vieles mehr. Eine Reise nach Indien wird umso spannender, je näher ein Besucher durch persönliche Begegnungen mit dieser „exotischen“ Alltagskultur in Berührung kommt. Wer eine Reise nach Indien plant, sollte darum neben Naturerlebnissen, den Annehmlichkeiten eines guten Hotels oder der Baukultur immer darauf achten, dass die Reise begegnungsorientiert gestaltet ist.

In nachfolgendem Dokument einige persönliche Tipps, was man bei der Planung einer Reise in Südindien beachten sollte.

Wichtige Hinweise für die Reiseorganisation

Indien hat eine notorisch schlechte Infrastruktur: Die Straßen sind dem Verkehrsaufkommen nicht gewachsen, was insbesondere rund um Großstädte zu Staus und Wartezeiten führt. In vielen Teilen Indiens sind die Straßen mit Schlaglöchern übersäht, in Gebirgslandschaften sehr kurvenreich. Damit eine Indienreise nicht allzu beschwerlich wird (und das gilt insbesondere für Reisen mit Kindern), sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Planen Sie Aufenthalte von 3 bis 5 Tagen je Zwischenstation; wählen Sie also Orte aus, die ausreichende Möglichkeiten für Aktivitäten bieten oder aber Möglichkeiten für Tagesausflüge (Entfernung max. 1,5 Stunden) in die nähere Umgebung
  • Reisen Sie mit dem Fahrzeug am besten am frühen Morgen (5.30 bis 8.00 Uhr), da während dieser Zeit die Straßen noch frei sind und die Temperaturen angenehm
  • Nutzen Sie für größere Entfernungen möglichst Flugzeuge (ca. ab 500km)

Ein Ort wie Wayanad (Kerala) wird regelmäßig und zu Recht in Reiseführern bezeichnet als „eine der schönsten Gegenden Keralas“. Die Naturlandschaft ist bezaubernd, die Vythiri Resorts bieten als Unterkünfte Baumhäuser, die bis zu 25 Meter über dem Boden schweben (www.vythiriresort.com). Dieser Ort ist jedoch nur schwer zu erreichen, 6 – 8 Stunden Fahrzeit (Bus oder Taxi) beispielsweise von Bangalore aus.

Indien ist ein (bemerkenswert) dynamisches Land. In Bangalores Stadtviertel Indiranagar (wo ich derzeit lebe) haben in den letzten zwei Monaten (Juli & August 2013) etwa 5 neue Restaurants/Cafés eröffnet, 3 Restaurants/Cafés haben geschlossen, 10 Appartementhäuser sind derzeit im Bau undsoweiter. Ähnlich verhält es sich mit Hotels, Spas, Ressorts, etc. in vielen Teilen Indiens. Der heute so attraktive Strand „Varkala“ an der Malabarküste Keralas ist in den letzten Jahren von einem Geheimtipp zu einer der Top-Adressen des Badetourismus geworden. Das Hill Resort „Ooty“ ist inzwischen vom Massentourismus überlaufen und leidet unter Vermüllung. Tipps aus Reiseführern mit einer Auflage von 2008 oder Reisetipps im Internet aus 2011 haben folglich ihre Aktualität schon verloren. Reiseveranstalter am Puls der Zeit haben in Indien insofern eine unbestrittene Daseinsberechtigung: Sie passen die Reiseplanung an diese dynamischen Veränderungen an, und können auch kurzfristig reagieren – zum Beispiel ein Generalstreik in Kerala, der zu einem Stillstand der öffentlichen Transportmittel führt.

Die beste Reisezeit in Indien ist zwischen Oktober und März. April und Mai zählen zu den heißen Monaten, von Juni bis September gibt es Monsun (Regenzeit). Reisende während der heißen Sommerzeit (z.B. Osterferien 14. April – 26. April 2014) sollten folgende Tipps beachten:

  • Planen Sie beispielsweise einen mehrtägigen Aufenthalt in einem Hill Resort ein, wo die Temperaturen aufgrund der Höhenlage niedriger ausfallen: z.B. Chikmagalur, Coorg (Schützen Sie sich mit Sonnencreme aber unbedingt gegen die Höhensonne, die stärker ausfällt als auf dem Flachland).
  • Berücksichtigen Sie bei Aktivitäten wie Trekking-Touren, dass Sie bei höheren Temperaturen weniger leistungsfähig sind; längere Tageswanderungen sind eher zu vermeiden.

Urlaub in Südindien – Sehenswürdigkeiten

Die Festungs- und Palastbauten islamischer Mogulherrscher finden sich vor allem im Norden Indiens, denn mit wenigen Ausnahmen hatten die Moguln nur wenig Einfluss auf den Süden. Es überrascht darum nicht, dass zahlreiche architektonische Touristenattraktionen wie der Taj Mahal (erbaut unter Shah Jegan im 17. Jhdt) oder das Red Fort in Delhi vor allem im Norden Indiens zu finden sind. Das größte Fort in Kerala ist beispielsweise das „Bekal Fort“. Eine Reisebericht formuliert dazu: „It is not very formidable, nor high, its purpose is not very clear. Yet, it is the largest surviving fort in Kerala, which does not have many forts anyway.”

Kommt es jedoch zur Sakralarchitektur, finden sich gerade im Süden Indiens zahlreiche und beeindruckende Tempelkomplexe: Der Subramanya-Tempel in Tiruchendur in Tamil Nadu gilt als so alt wie die menschliche Sprache selbst; der Waldtempel von Sabarimala in Kerala zieht jährlich Scharen von Pilgern an.

Die heutige Tempelruinenstadt Vijayanagar / Hampi (Bundesstaat Karnataka) war zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert die mächtigste Hindu-Hauptstadt in Südindien. Sie zählt zu den beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten Indiens. Hier finden sich Überreste von Palästen, Pavillons, Elefantenställe, Tempel, aber auch malerische Landschaften am Fluss Tungabhadra River. Die Ruinenstadt erstreckt sich über insgesamt 26 Quadratkilometer (!), das Gelände lässt sich zu Fuß erkunden oder aber mit Zweirädern, die man ausleihen kann (ca. 200 Rupien pro Tag).

Die Tempelstadt Madurai (Tamil Nadu) lohnt ebenfalls einen Besuch, hier insbesondere der Menakshi-Sundareshwar Tempel. Ebenfalls sehenswert ist die Küstenstadt Mammallapuram (Tamil Nadu): Die Tempelstadt zählt zum Weltkulturerbe und beherbergt unter anderem das weltweit größte Flachrelief, über 27m in Stein gehauene Skulpturen. Meine Empfehlung: Suchen Sie sich eine Unterkunft in Pondicherry und unternehmen Sie einen Tagesausflug nach Mammallapuram, das nur eine Stunde entfernt liegt.

Die Stadt Pondicherry ist ehemalige Hauptstadt Französisch-Indiens; im französischen Viertel der Stadt findet man eine Architektur, die jeden Besucher sofort in die Atmosphäre einer französischen Mittelstadt eintauchen lässt. Als Unterkunft für Reisende mit großzügigem Reisebudget bietet sich ein besonderes Resort im Norden Pondicherrys an: The DUNE, Eco Beach Hotel (www.duneecogroup.com). Nicht verpassen: Ein Besuch in dem ca. 10km nördlich gelegenen Auroville, die gelebte Utopie einer internationalen und religions-freien Gesellschaft, die heute ca. 1.500 Bewohner verschiedener Nationalitäten umfasst.

Das urbane Indien ist kaum zu vergleichen mit dem ländlichen Indien. Der Besuch einer Großstadt ist darum geradezu Pflichtprogramm, wenn man das moderne Indien verstehen will. In Südindien bietet sich Mumbai an, mit über 15 Mio. Einwohnern die größte Metropole auf dem Subkontinent. Diese Stadt bietet zahlreiche schöne Plätze, Cafés und Restaurants zum Verweilen, ebenso vielfältige Sehenswürdigkeiten. Wählen Sie am besten eine Unterkunft in der Südspitze der Halbinsel, auf der sich die Metropole erstreckt: z.B. im Stadtteil Colaba. Hier finden Sie auch das Wahrzeichen Mumbais, das „Gateway of India“. Nehmen Sie sich Zeit für eine Tasse Kaffée im Luxushotel Taj Mahal, das dem Gateway direkt gegenüber liegt und einen exzellenten Blick auf das Gateway bietet. Das „Victoria Terminus“ (ebenfalls in der südlichen Spitze der Halbinsel) ist vielleicht der großartigste Bahnhof, den die Briten jemals bauten. Es lohnt auch ein Besuch im Leonard Café, in den Hanging Gardens. Im nördlichen Stadtteil „Juhu“ finden Sie die Villen der Bollywood-Legenden wie Shah Rukh Khan oder Amitabh Bacchan.

Urlaub in Südindien – Alltagskultur & Persönliche Begegnungen

Die zeitgenössische indische Kultur ist in vielerlei Hinsicht einzigartig und bemerkenswert. Der indische Alltag ist geprägt von tiefer Spiritualität, Pilgerreisen zählen zur Selbstverständlichkeit; Pilger zu Fuß oder auch Pilgergruppen in geschmückten Fahrzeugen zählen zum Alltagsbild auf Indiens Straßen. Mit dem Kastenwesen existiert eine Gesellschaftsordnung, die sich sonst in keiner Kultur ausgeprägt hat und die auch im modernen Indien noch immer vorherrscht. Und wenn auch der Hinduismus als Religion dominiert, so gibt es auch Landesteile/Regionen, in den Christen oder Muslime einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen. Indien ist im wahrsten Sinne ein Multi-Kulti-Gesellschaft, die funktioniert.

Wer in diese Andersartigkeit bzw. Exotik des Landes eintauchen möchte, sollte ein paar Tipps beachten. Zunächst gilt bei allen Annehmlichkeiten von hervorragenden Hotelanlagen die Bemerkung einer Reisejournalistin: „Hotels like these are enchanted traps – they can keep you from the world outside its gates.“

Wer möchte, findet in Indien durchaus schnell Kontakt. Es gibt nur wenig Berührungsängste und es passiert Reisenden immer wieder, dass sie von Passanten ganz einfach nach ihrem Herkunftsland gefragt werden: „What is your country?“. Oder: „What is your name?“. Wenn das Englisch für eine weitergehende Konversation ausreicht, erfährt man dann beispielsweise, dass ein Onkel in Deutschland arbeitet (z.B. Siemens oder Bosch), dass ein Cousin bei Daimler in Chennai in der Montage beschäftigt ist, der Name „Michael Schumacher“ fällt und so weiter. In Städten wie Mumbai, auch in Tourismusregionen ist das Englisch gut – in ländlichen Regionen sollte man nicht zu viel erwarten.

Bis zu welchem Punkt ein Reisender in die indische Alltagskultur eintaucht, hängt häufig vom Reiseleiter bzw. dem Reiseveranstalter ab. Organisierte Individualreisen sind als Standard häufig so organisiert, dass das Betreuungspersonal bzw. Ansprechpartner wechseln. Es ist empfehlenswert, auf einen festen Ansprechpartner / Reiseführer zu bestehen; das ermöglicht Vertrauensbildung und Sie erhalten einen „Guide“, der während der Reise für Sie die Besonderheiten der indischen Kultur entschlüsseln kann.

Fragen Sie außerdem getrost nach der Teilnahme an einer indischen Hochzeit. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich eine solche Möglichkeit während eines mehrwöchigen Aufenthalts in Indien ergibt. Gäste aus dem Westen werden bei solchen Anlässen als Ehrengäste gern gesehen, denn sie verleihen einer solchen Feier einen „internationalen“ Anstrich – und damit schmückt sich eine indische Familie gerne.

Noch viel einfacher lässt sich ein Schulbesuch organisieren. Werfen Sie einmal einen Blick auf die Schulbedingungen Indiens. Und wie viel Freizeit bleibt Indiens Schülern? Wie wettbewerbsorientiert ist das indische Schulsystem? Wie groß ist der Unterschied zwischen staatlichen Schulen und privaten Einrichtungen?

Last but not least: Eine Fahrt in einer der drei-rädrigen Rikh-Shaws gehört ebenso zum Indien-Aufenthalt wie eine Zugfahrt.

Urlaub in Südindien – Naturerlebnisse

Indien erstreckt sich über verschiedene Klimazonen, entsprechend vielfältig sind Flora und Fauna. Gerade Kerala bietet eine üppige Vegetation von Palmen, hier finden sich über Quadratkilometer Gewürzplantagen für Kardamom, Vanille, Pfeffer, Muskatnuss und Vieles mehr. Entlang der Malabarküste (Kerala) finden sich zudem zahlreiche attraktive Strände.

Um die Fauna im Süden Indiens kennen zu lernen, bietet sich eine geführte Trekking-Tour durch den Dschungel an. In Chikmagalur (Bundesstaat Karnataka) kommen nicht nur Trekking-Freunde auf ihre Kosten: Es handelt sich um ein Kaffeeanbaugebiet mit mehr als 15.000 Kaffeebauern, planen Sie hier gleich den Besuch einer Kaffeeplantage mit ein. Außerdem: Der Chikmagalur Golf Club, mit Blick auf die Bababudanagiri Bergkette. Das Hotel „The Serai“ bietet eine Unterkunft im Herzen einer Kaffeeplantage (www.theserai.co.in).

Kerala ist zudem bekannt für seine Backwaters: Ein Netz von Wasserstraßen, das sich auf 75km Länge von Kollam im Süden bis Kochi im Norden erstreckt. Das faszinierende Labyrinth wird von dichter tropischer Vegetation gesäumt und birgt ein ländliches Kerala, das von der Straße aus völlig unsichtbar ist. Vor ca. 15 Jahren begannen Fahrten in Hausbooten entlang dieser Wasserstraßen populär zu werden; einige Reisende verbringen mehrere Tage auf einem solchen Hausboot, insbesondere für Flitterwochen besonders beliebt; eine Bootsfahrt während des Tages ohne Übernachtung reicht jedoch völlig aus. Faszinierend zu beobachten ist vor allem, wie diese Wasserstraße das Leben der Anwohner prägt: Postboote, Boote von Händlern beladen mit Stahlgeschirr oder Baumaterialien, etc. Eine Bootsfahrt auf den Backwaters beginnt häufig in Alappuzha.

Eines der Wahrzeichen Indiens ist offenbar der Elefant. Man muss nicht in einen Nationalpark oder Zoo gehen, um einen Elefanten zu sehen: einige Tempel haben (für festliche Anlässe/Prozessionen) einen Tempelelefanten; und beim Besuch einer Gewürzplantage in Kerala bietet sich bisweilen die Gelegenheit für einen Elefantenritt.

Im Süden Indiens gibt es auch zahlreiche Naturparks: Periyar Wildlife Sanctuary (Zentral Kerala), Bandipur National Park (Nordkerala), Nagarhole National Park (Karnataka) und mehr. Die vollmundigen Versprechen der Marketingbroschüren werden aber nur selten erfüllt; die Anzahl der Touristen, die beispielsweise im Periyar Wildlife Sanctuary einen Tiger gesehen haben, lässt sich ohne Weiteres an einer Hand abzählen. Hier sollten die Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden.

Urlaub in Südindien – Strand & Erholung

Für einen Urlaub zur Erholung bietet Indien eine Vielzahl von Stränden, Ressorts und Hotels mit allen denkbaren Annehmlichkeiten. Wer seine Urlaubsreise in Südindien mit ein paar Tagen am Strand würzen möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten.

Entlang der Malabarküste Keralas gibt es vor allem folgende Adresse: Varkala – eine Tempelstadt, die zwei Strände bietet: Papanasham Beach und Thiruvambadi Beach. Nach einem entspannten Tag am Strand kann man abends noch die Tempel der Stadt genießen (z.B. Janardhana Swamy Temple) und exzellente Meeresfrüchte genießen. Varkala liegt nicht allzu weit von Kerala’s Hauptstadt Thiruvananthapuram, und ist darum gut zu erreichen.

Bis vor einigen Jahren war auch Kovalam (etwa eine Reisestunde südlich von Varkala) eine exzellente Adresse für den Strandurlaub. Inzwischen sind die Strände während der Saison überfüllt, der Massentourismus hat der ehemaligen Nr. 1 des Strandtourismus an der Malabarküste den Glanz genommen.

Bis zur Jahrtausendwende eher eine Destination vor allem für Kiffer, ist Goa inzwischen zu einer Top Adresse für den Tourismus geworden. Goa ist eine ehemalige portugiesische Kolonie, die erst 1961 an Indien übergeben wurde – bis dahin stand dieser Landesteil unter portugiesischem Einfluss, der bis heute in einer liberalen Geisteshaltung und Unbeschwertheit noch spürbar ist. Entlang der 131km langen Küste gibt es eine Vielzahl von Stränden, die Auswahl fällt hier schwer. Typisch für die Strände in Goa sind sogenannte „Shacks“: Strandhütten, die sich typischerweise entlang eines Strandes erstrecken, häufig nur aus Bambushölzern gezimmert. Meistens beherbergen diese Shacks ein Restaurants, eine Bier- oder Cocktailbar, bisweilen Shops mit Kleidung für den Strand. Die Restaurants bieten in der Regel Liegestühle mit Sonnenschirm.

Je nach Strand (und auch Strandhotel) werden verschiedene Aktivitäten angeboten: Jet-Ski, Paragliding an einem Motorboot, Tauchen oder auch Delphin-Watching. Es empfiehlt sich im Übrigen, (über das Hotel) einen Roller (Vespa, Honda) auszuleihen und damit Goa zu erkundigen. Die Straßen sind auch in der Hochsaison nicht allzu sehr befahren, das Fahren auch für Ungeübte ein Kinderspiel.

Grundsätzlich gilt, dass sich im Norden eher die sogenannten Partystrände finden (z.B. Anuna, Vagator, Chapora, Baga): Hier machen viele junge Reisende Urlaub, die bis zur Sperrstunde in den Shacks den Sonnenuntergang, die Nacht und die Tanzfläche mit Cocktails und Bier genießen. Aber nicht nur. Wer beispielsweise im Norden Goas landet, sollte sich beispielsweise dem Restaurant „Thalasso“ einen Besuch abstatten: Exzellentes Essen mit Blick von einer Steilküste über den Anjuna Beach. Der Süden (z.B. Palolem, Varca) ist weniger geprägt vom Chartertourismus. Das Luxushotel Taj Exotica Goa findet sich bezeichnenderweise im Süden Goas (Benaulim), ebenso das Park Hyatt (Cansaulim) oder das Leela (Cavelossim).

Auch in punkto Sehenswürdigkeiten kommt der Besucher in Goa auf seine Kosten: Goas frühere Hauptstadt „Old Goa“ steht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und ist einen Besuch wert. Für detaillierte Infos rund um einen (Kurz)Urlaub in Goa: Urlaub in Goa: Wie man einen unvergesslichen Aufenthalt plant

Wer im Übrigen die Leidenschaft des Tauchens entdecken möchte oder dieser Leidenschaft bereits entwickelt hat, sollte die Andamanen in seine Urlaubsplanung mit einbeziehen: Die Inselgruppe liegt etwa 1.000km süd-östlich des indischen Festlandes und ist am besten per Flugzeug zu erreichen (Hauptstadt Port Blair). Die kristallklaren Gewässer der Andamanensee zählen mit ihren bunten Fischen und ihrer Korallenvielfalt zu den reichhaltigsten und unverdorbensten Meeresschutzgebieten der Erde. Nachfolgend eine detaillierte Beschreibung und Reisetipps: Reisen in Indien: „Jewels of the Sea“ – Die Andamanen

Urlaub in Südindien – Gesundheit

In Indien liegt die Wiege des Ayurveda (Bundesstaat Kerala) und des Yoga. Kein Wunder, dass ein großer Teil der Besucher für eine Ayurvedakur nach Indien reisen oder für Yoga-Kurse im Land der Yoga-Meister.

Auch wenn man seine Reise nicht ausschließlich einer Kur widmet, sollte sich ein Besucher Südindiens auf keinen Fall eine Ayurveda-Behandlung (in Form einer Massage) entgehen lassen. Hierfür müssen Sie Ihre Reiseroute in der Regel nicht einmal anpassen, denn ein solches Angebot finden Sie im Grunde überall in Südindien. Gleiches gilt für Yoga.

Wer allerdings eine mehrwöchige Ayurveda-Kur plant, sollte sich bei der Auswahl Zeit nehmen und gut beraten lassen: Es gibt zum einen mehrere „Schulen“ der Ayurveda-Behandlung, die in Abhängigkeit von einem spezifischen Krankheitsbild bzw. vom Kurziel gewählt werden sollte. Zum anderen sind nicht alle „Marketing“-Versprechen ein Qualitätsmerkmal einer Ayurvedakur. Das wichtigste Auswahlkriterium sollte die Erfahrung des Ayurveda-Arztes sein: Einige Ärzte entstammen Arzt-Dynastien, die über mehrere Jahrhunderte Erfahrung gesammelt haben und diese jeweils von Generation zu Generation weiter gegeben haben. Ein zweites wichtiges Kriterium: Gute Ärzte stellen die Kräutertinkturen und Kräuterpasten selbst her: Alternative: Es werden jene Pasten/Kräuter verschrieben, die von größeren Massen-Herstellern hergestellt werden. Eine individuell zugeschnittene Therapie setzt offenbar immer voraus, dass ebendiese Herstellung der Kräuter vom Arzt selbst vorgenommen wird.

Da das Erfahrungswissen vor allem in Indien (bzw. Kerala) vorliegt (und zwar insbesondere in Form der Arzt-Dynastien), kann man sich schwerlich einen besseren Ort vorstellen für eine Ayurveda-Kur als eben Indien selbst. Nachfolgend ein Überblick zu den Vorteilen einer Ayurveda-Kur in Indien: Ayurveda in Indien: Realistische Heilungschancen sowie Vor-/Nachteile einer Kur in Indien

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Der Autor hält sich seit 2011 regelmäßig in Indien auf. Er ist Geschäftsführer eines Softwarehauses mit Entwicklungszentrum in der „IT Hauptstadt Indiens“, Bangalore: Hochwertige Software mit .NET Technologie , Datenbankanwendungen, Access Entwicklungen und Excel Tools für fachliche Anforderungen.

Sebastian Zang

Sebastian Zang

begleitet und berät mittelständische Unternehmen beim IT Offshoring nach Indien: Standortwahl, Gründung, Aufbau eines IT Entwicklungszentrums. Als Geschäftsführer ist er bei dem Softwarehaus Categis GmbH seit 2011 für Aufbau und Weiterentwicklung des IT Entwicklungszentrums in Bangalore / Indien verantwortlich. Er lebt in Indien und Deutschland.

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