Pioniere nachhaltiger Indien-Reisen feiern Jubiläum

Reisen in Indien

Sebastian ZangGeschrieben von:

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Rezeptur für einen Traumurlaub: Entdecken, Erleben, Erholung – Kontrolliertes Abenteuer mit Erholungseffekt. Das bekommen Reisende bei BASIS-Reisen in Südindien. Und das alles politisch korrekt im Sinne der Nachhaltigkeit. Ein Familienunternehmen mit Pioniergeist feiert 25-jähriges Jubiläum.

25 Jahre BASIS Reisen in Indien – Kulturvermittlung und Entwicklungsarbeit

Kerala, Januar 2009. Hier beginnt meine persönliche Entdeckungsreise Indiens, die mich inzwischen als Unternehmer in das Silicon Valley Indiens geführt hat (Bangalore, Bundesstaat Karnataka). Hier, in dem liebevoll gestalteten Resort von BASIS-Reisen an den Backwaters in Kerala habe ich erste Einblicke in die indische Lebensweise erhalten, dazu ein erstes Verständnis der Mentalität, der Spiritualität, der Bedeutung von Familie und Vielem mehr. Das alles im Rahmen einer Indien-Reise, wo die indischen Gastgeber Mathew und Leelamony Moozhiyil Wegbereiter, Brückenbauer, Kulturvermittler, Reiseführer und Gesprächspartner auf eben dieser abenteuerlichen wie lustvollen Entdeckungsreise waren.

Bessere Gastgeber für eine Indien-Reise lassen sich kaum vorstellen: Dr. Mathew und Leelamony Moozhiyil haben beide 20 Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet, sind also mit der deutschen Kultur und der Erwartungshaltung deutscher Gäste tief vertraut. Mit Ihrer Rückkehr nach Indien Anfang der 1990er Jahre haben sie sich der Vermittlung der indischen Kultur an deutschsprachige Reisende gewidmet, und mit nicht weniger Leidenschaft der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Kommune bzw. Region . Gegenüber Reisenden und zahlreichen Kooperationspartner treten sie unter dem Akronym BASIS auf, nämlich: „Bio Agriculture and Social Improvement Schemes“.

Leelamony und Mathew Moozhiyil verpflichten sich von Anfang an den Prinzipien ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit. Und Ihre sozial-unternehmerischen Projekte rund um Frauenförderung, Maßnahmen zur Selbstversorgung, Brunnenbau für eine sichere Trinkwasserversorgung, Ausbildung, etc. zeigen Wirkung und stoßen auf Anerkennung. 1997 erhält BASIS vom Reise-Magazin „Geo Saison“ den renommierten Preis der Goldenen Palme für das Dorfentwicklungsprojekt in Kerala. Nur einige Jahre später widmet die Wochenzeitschrift DIE ZEIT dem Unternehmen einen anerkennenden Artikel („Sparen und Selbständigkeit lernen: Dorfentwicklung in Südindien“, Ausgabe 17/1999). Es folgen vier weitere Preise: Nicht nur für den sozialverantwortlichen Tourismus (z.B. TODO-Preis, Jahr 2001), sondern auch für die innovativen Reiseangebote (GoAsia Award für die „Most Innovative Package Tour“, Jahr 2009).

Das Reiseangebot von “BASIS-Reisen” umfasst heute ein vielfältiges Programm für verschiedene Interessen: Eine Gruppenreise lässt Gäste an ausgesuchten Reisestationen in verschiedene Aspekte des Alltagslebens eintauchen; das Programm „Indien for Family“ ist für die spezifischen Bedürfnisse junger Familien ausgelegt. Gäste können außerdem eine mehrwöchige Ayurveda-Kur genießen, und zwar unter der Behandlung einer Ayurveda-Arzt-Familie mit fast 500-jähriger Tradition. Auch Kurzzeitgäste sind jederzeit herzlich willkommen.

Dutzende von Stammgästen sind für Mathew und Leelamony ein Indikator dafür, dass sie der sprichwörtlichen Gastfreundlichkeit Indiens gerecht werden. Sie schätzen den Austausch mit Ihren Gästen, erleben den Dialog als Bereicherung. Beide denken darum noch lange nicht daran aufzuhören. BASIS ist mehr als eine Arbeit, mehr eine Mission. Und beide haben noch viele Ideen für die Zukunft. Herzlichen Glückwunsch zu 25-Jähren BASIS! Und weiterhin viel Erfolg und Freude an der Arbeit!

BASIS Reisen in Indien – Begegnungsorientierte Kulturerfahrung

Die meisten Besucher Indiens sind fasziniert von der Andersartigkeit (sprich Exotik) des Landes: Sie tauchen ein in eine Lebenskultur, die nur wenig gemein hat mit unserem westlichen Alltag. Sei es das Essen mit all seinen Gewürzen, die Bedeutung der Familie in einer kommunitaristischen Gesellschaft, das Klima, die Spiritualität und Vieles mehr. Eine Reise nach Indien wird dabei umso spannender, je näher ein Besucher durch persönliche Begegnungen mit dieser „exotischen“ Alltagskultur in Berührung kommt. Eben diese unmittelbare Kulturerfahrung ist eines der Leitmotive bei BASIS-Reisen; Gäste bei BASIS-Reisen kommen in direkte Berührung mit dem Lebensalltag des Gastgeberlandes. Denn in der Philosophie von Dr. Mathew und Leelamony Moozhiyil ist Kulturerfahrung die logische Voraussetzung für Kulturvermittlung.

Konkret heißt das zum Beispiel: Gäste besuchen eine Grundschule und treten in unmittelbare Interaktion mit Schülern und Lehrern. Wie viel Zeit investieren indische Schüler für ihre Schulbildung? Wie gut sprechen Inder eigentlich (inzwischen) Englisch? Genauso stehen nach einer (privaten) Tanzaufführung Tänzer und Musiker für Gespräche bereit. Mit welcher Motivation lernt zum Beispiel eine 10-Jährige junge Inderin Tempeltanz? Bei welchen Gelegenheiten werden diese Tänze (noch) aufgeführt? Mit etwas Glück nehmen Gäste auch an einer indischen Hochzeitsfeier teil, werden Zeuge der Rituale und kommen in den Genuss eines Hochzeitsessens. Kurz: Mittendrin statt nur dabei.

Das Konzept der unmittelbaren Kulturerfahrung wird bei BASIS konsequent durchdekliniert; das gilt beispielsweise auch für die Unterkunft. Denn das Leben in Indien spielt sich nicht in klimatisierten 5-Sterne-Hotelzimmern ab; vielmehr ist die Lebenskultur verortet in Gebäuden von traditioneller Architektur mit raumkühlender Bauweise – eine Klimaanlage ist hier nicht erforderlich. Die Unterkünfte der Gäste sind in ebendieser traditionellen Bauweise ausgestaltet: Einfach, aber komfortabel und vor allem sauber.

Eine solche unmittelbare Kulturerfahrung wirft Fragen auf, und eben hier beginnt die Kulturvermittlung. Wie wird das Leben vom Monsun beeinflusst? Wieso tragen Frauen ständig Schirme? Welche Bedeutung haben heute eigentlich noch die Kasten? Welchen Einfluss hat der wachsende Wohlstand auf die Spiritualität? Wie gestaltet sich die Ko-Existenz zwischen Christen, Muslime und Hindus im Alltag? Warum kaufen Inder so viel Gold? Wie weit kommt man ohne Bestechung? Die Gastgeber Mathew und Leelamony sind kundige und belesene Gesprächspartner. Kulturvermittlung ist hier vor allem mehr als Lehrbuchwissen: Der Blick auf das zeitgenössische Indien, die Trends, das Spannungsfeld zwischen den Generationen und Vieles mehr erfolgt aus einer meta-kulturellen Perspektive – gereift in einem interkulturellen Leben und Dialog zwischen Indien und Deutschland.

BASIS Reisen in Indien – Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Wie lässt sich nachhaltiger Tourismus definieren? Welche Kriterien müssen Tourismusbetriebe erfüllen, um das Etikett nachhaltig zu verdienen? Grundsätzlich lassen sich drei Aspekte differenzieren: Soziale Nachhaltigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und ökonomische Nachhaltigkeit. Letzterer Aspekt zielt auf die langfristige Tragfähigkeit eines Geschäftsmodells, nicht zuletzt dessen Anpassungsfähigkeit bzw. Robustheit. Hier soll der Hinweis auf die inzwischen 25-jährige Unternehmensgeschichte genügen.

Als sozial nachhaltig gilt wiederum, was einer Gesellschaft bzw. lokalen Gemeinschaft ein Fortbestehen bzw. eine Weiterentwicklung ermöglicht. Hierunter fallen Aspekte wie gerechte Entlohnung für lokale Arbeitskräfte, die Entwicklung einer lokalen Infrastruktur und Vieles mehr. Dies war für Dr. Mathew und Leelamony Moozhiyil durchgehend ein zentrales Anliegen. Im oben genannten Artikel der Wochenzeitschrift DIE ZEIT wird dies deutlich, hier kommt unter Anderem der Dorfvorsteher zu Wort: “Mehr als 100 der 600 Familien in unserem Dorf verdienen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt über die Familie Moozhiyil.” Und: „Viele ehemalige Schülerinnen konnten sich auf diese Weise selbständig machen. (…) Viele haben die Angebote zur Selbsthilfe genutzt. Abachi zum Beispiel, der als Tierpfleger unglücklich war und mit Hilfe eines BASIS−Kredits einen Teeladen ausstatten konnte.“ [1]

Und im Gutachten, das der Preisverleihung des TODO!-Preises für sozialverträglichen Tourismus zugrunde lag, schreibt der Gutachter Dr. Hermann Warth: „Ziel ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern des Dorfes die Möglichkeit zu geben, durch Eigeninitiative ihre Selbstständigkeit zu entwickeln und ihre Lebenssituation zu verbessern. (…) Bisher [Anm. der Red.: in 2001] wurden ca. 1.000 Personen in den verschiedenen Berufen ausgebildet.“ [2] Diese sozial-unternehmerischen Aktivitäten zur Ausbildung, die Bereitstellung von Mitteln für die Selbstständigkeit oder auch nur die Selbstversorgung werden bis heute fortgesetzt.

Das Kriterium der ökologischen Nachhaltigkeit wird erfüllt, wenn der Ressourcenverbrauch minimiert wird und die Entstehung umweltschädlicher Stoffe vermieden wird. Differenzierung tut Not: Die Fernreise nach Indien per se kann dieses Kriterium kaum erfüllen, denn hierfür braucht man nun mal das Flugzeug und das ist kein ökologisches Transportmittel. Der Betrieb des Resorts selbst jedoch kann dieses Kriterium sehr wohl erfüllen, und hier entfaltet insbesondere Dr. Mathew Moozhiyil bis heute eine ungebremste Leidenschaft und Kreativität. Das Gutachten von Dr. Hermann Warth erklärt: „Das Projekt legt Wert auf Energiesparen durch Einsatz von speziellen Lampen, Solarstrom für die ayurvedische Klinik, Abfallholz und Biogas zum Kochen und durch Verzicht auf Ventilatoren durch die Anwendung einer raumkühlenden Bauweise.“ [2] Seit dem Gutachten sind weitere zahlreiche Maßnahmen im Sinne einer ökologischen Nachhaltigkeit umgesetzt worden:

Der gesamte Betrieb ist auf Selbstversorgung ausgelegt und damit auf den lokalen (transportarmen) Bezug von Lebensmitteln. Hierfür wird eine Viehwirtschaft betrieben und der Eigenanbau von (Koch)Bananen, Mangos, Papaya, Gurken, Reis, Ingwer und Vielem mehr. Der Betrieb setzt gleichzeitig auf einen geschlossenen Verwertungskreislauf: Nicht nur werden Essensreste in der Vieh-/Landwirtschaft weiterverwertet; auch der Wasserkreislauf ist geschlossen, da eine biologische Kläranlage Brauchwasser für die Nutzung in der Landwirtschaft aufbereitet.

Weitere Infos auf indienheute …

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Wir freuen uns über Anregungen und Feedback. Schreiben Sie an redaktion@indienheute.de

[1] „Sparen und Selbständigkeit lernen: Dorfentwicklung in Südindien“, Helga Kessler, DIE ZEIT, Ausgabe 17/1999
[2] Gutachten „TO DO!2001 Wettbewerb Sozialverantwortlicher Tourismus: Begründung für die Preisverleihung“, Dr. Hermann Warth (Gutachter)

Sebastian Zang

Sebastian Zang

begleitet und berät mittelständische Unternehmen beim IT Offshoring nach Indien: Standortwahl, Gründung, Aufbau eines IT Entwicklungszentrums. Als Geschäftsführer ist er bei dem Softwarehaus Categis GmbH seit 2011 für Aufbau und Weiterentwicklung des IT Entwicklungszentrums in Bangalore / Indien verantwortlich. Er lebt in Indien und Deutschland.

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