Kerala – Hier reisen Sie in Indien unbesorgt mit Familie und Kleinkindern!

Reisen in Indien

Theresa MoozhiyilGeschrieben von:

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‚Kerala’s Fokus auf Bildung und Gesundheitswesen hat es als Gesellschaft zum meist fortgeschrittenen Staat gemacht‘, so schreibt die Economic Times über den Musterknaben der indischen Bundestaaten.

„Ein Reiseziel mit der besten und bereicherndsten Reiseerfahrung für Familien“,Lonely Planet, 2016.

Kerala als Reiseland

2016 zeichnete der Reiserführer Lonely Planet Kerala als ‚den familienfreundlichsten Reiseort‘ Indiens aus. Der Ratgeber beschreibt Kerala als eine ‚tropische Symphonie‘ und als eine Welt ‚fern von der Raserei, als sehe man Indien durch eine Lupe und insgesamt entspannter..!‘

Neben New York City, Dänemark, Prag, Island, Italien and Hawaii wurde 2014 Kerala von Lonely Planet als einer der 10 familien- und kinderfreundlichsten Reiseziele ausgezeichnet. “Eine Indienreise mit Familie kann oft sehr intensiv werden. Kerala ist eine familienfreundliche Version Indiens, ruhiger als andere Regionen, grüner und mit einem langsameren Lebensrhythmus. Das Land hat Nationalparks, Palmen gesäumte Strände und bietet Bootsfahrten entlang der üppigen Kanäle der Backwaters “, schreibt der Reiseführer. Das große Angebot an Festen und künstlerischen Darbietungen kommt natürlich noch dazu.

Allgemeine Entwicklung

Das ‚Kerala-Modell‘ der gesellschaftlichen Entwicklungwird immer wieder als musterhaft von Ökonomen erwähnt. In Kerala haben viele Familien ein Familienmitglied im Ausland, besonders in den arabischen Staaten. Das bedeutet, dass diese Person für den Lebensunterhalt der Familie in der Heimat sorgt. Und obwohl Keralesen im Ausland leben und verdienen, investieren sie ihr Einkommen hauptsächlich im Inland. Dies fördert die soziale Entwicklung und hat zu materiellen Lebensbedingungen für die Familien geführt, die inzwischen vergleichbar sind mit denen vieler entwickelter Länder. Erfolge wie niedrige Säuglingsmortalität, gemäßigtes Bevölkerungswachstum, ein hohes Maß an Alphabetisierung und eine hohe Lebenserwartung wurden als charakteristische Ergebnisse des Kerala-Modells angesehen. Im Human Development Report 2011 schnitt Kerala als bester Bundesstaat im Land ab.

Bildung und Gesellschaft

Damals
Trotz der vielfältigen Abstufungen und Strukturen in der Gesellschaft kann Kerala eine Geschichte der Bildung vorweisen, in der das Lernen von Sanskrit Klassen- und Kastenübergreifend war. In der Tat stammen viele ayurvedische Ärzte (wie Itty Achudan) aus den niedrigeren Gesellschaftsklassen. Diese Lernkultur gab es nicht in anderen Teilen Indiens, wo vielfach nur die obere Gesellschaftskaste sonst Sanskrit lernen durfte. Im 14. Jahrkundert war Kerala berühmt für seine ‚Kerala Schule der Astronomie und Mathematik‘. Mit berühmten Mathematikern wie Narayana Pandit und Madhava of Sangamagramma war Kerala einer der Vorreiter im Bereich der Mathematik und der Logik, dies zementierte Kerala’s Status als Ort des Lernens.

Bildung war zudem nicht nur auf Männer beschränkt. Im vorkolonialen Kerala erhielten die Frauen eine Ausbildung im Sanskrit und in anderen Wissenschaften, sowie in Kampfkünsten wie Kalaripayattu (eine Kampfweise mit hohen Sprüngen und Tritten, Blöcken, Schlägen und Schwerten). Dies war besonders der Fall in der matrilinearen Nair-Kaste (wo z.B die Weitergabe und Vererbung von sozialen Eigenschaften und Besitz ausschließlich über die weibliche Linie von Müttern an Töchter geschah). . Dies machte Kerala einzigartig. Es gab eine inhärente Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, da die Kerala-Gesellschaft weitgehend matrilinear war – ganz im Gegensatz zum starren Patriarchat in anderen Teilen Indiens.

Heute
In einer nationalen Studie 2016 erreichte Kerala Platz 1 im Ranking in den drei Kategorien Recht und Ordnung, Gesundheit, Umwelt und Umfeld.

Kerala war einer der Bundesstaaten, die sich seit der Unabhängigkeit Indiens am schnellsten entwickelten. Mit der Landreform in den 1970er Jahren wurde jeder Familie in Kerala ein eigenes Grundstück zugewiesen. Außer in den urbanen Regionen und Städten leben die Menschen auf einem eigenem Stück Land mit etwas Einkommen aus Landwirtschaft, Reis- oder Kautschukanbau.

Auch Schulpflicht wird ernst genommen. Hier gehen heute alle Kinder zur Schule. Zum Vergleich: Trotz allgemeiner Schulpflicht nehmen in ganz Indienca. 30 Millionen Kinder nicht am Unterricht teil. Die Alphabetisierungsrate liegt in Kerala bei 95 Prozent, während diese Kennzahl für ganz Indien im Vergleich bei 65 Prozent liegt. Dank der vielen privaten und auch halb-privatisierten Schulen (geleitet von verschiedenen religiösen Missionen und privaten Personen) können inzwischen auch Familien aus verschiedenen Gesellschaftsstufen ihren Kindern eine moderne, zum Teil auch englischsprachige Ausbildung gewährleisten. Bei der Schulbildung alleine bleibt es oft nicht. Eine höhere Ausbildung der Kinder im In- oder Ausland ist inzwischen unablässig für keralesische Eltern.

Berühmte Schriftsteller und Dichter haben der an Sanskrit angelehnten Sprache ‚Malayalam‘ Ehre und Ruhm bereitet. Außer den lokalen Schriftstellern hat u.a. Arundhathi Roy mit Ihrem ‚Gott der kleinen Dinge‘ das Interesse der Leser weltweit auf den kleinen Bundestaat Kerala gelenkt.

Gesundheitssystem

Laut der National Family Health Survey 2015 – 2016 liegt Kerala mit seiner niedrigen Säuglingsmortalität heute auf dem gleichen Niveau wie die Vereinigten Staaten. Kerala liegt damit auf gleicher Höhe wie die entwickelten Ländern und höher als in Russland, China oder Sri Lanka, schrieb die Times of India am 03. März 2017.

Die Lebenserwartung in Kerala liegt bei 75 Jahren. Zum Vergleich: Indien (gesamt) 64 Jahre, Amerika 77 Jahre, Deutschland 80 Jahre.

Mit nur 3% der indischen Bevölkerung, bietet der winzige Staat zwei Drittel der gesamt-indischen Infrastruktur für palliative Versorgung. Das Wirtschaftsmagazin „The Economist“ hat 2015 das “Kerala Community Model” besonders im Bereich des Gesundheitswesen gelobt.

Kerala ist Pionier des indischen nationalen ,Universal Health Coverage‘ Programmes – auch ‚universal access to equitable, affordable, and quality health care services‘ genannt – und bietet umfangreiche öffentliche Gesundheitsdienste. Mit einer Vielzahl von staatlichen und über 12000 privaten Krankenhäusern [Schulmedizin, Ayurveda, Homöopathie und weitere] und mit mehr als 300 Betten pro 100.000 Personen ist Kerala das am besten ausgestattete Bundesland im ganzen Land.

Mit dem höchsten ‚Physical Quality of Life Index‘ in Indien ist Kerala der einzige indische Staat mit Makro-Gesundheits-Indikatoren auf Augenhöhe mit OECD-Ländern. Professor des Gesundheitswesen und Medizinstatistiker, Hans Rosling bemerkte, dass Washington, D.C. zwar viel reicher, aber weniger gesund sei im Vergleich zu Kerala.

Gesundheitstourismus/ Medizintourismus

Das gesunde Wachstum der privaten Industrie hat den Zugang zu erstklassiger medizinischerVersorgung nicht nur für Ostansässige aus Kerala, sondern auch für Patienten weltweit ermöglicht. Die medizinische Versorgung im Bereich der Schulmedizin, Ayurveda und Zahnmedizin ist von sehr guter Qualität und erfüllt internationale Standards. Kerala eignet sich hervorragend für den medizinischen Tourismus wegen seines durchwegs moderaten Wetters, moderner Krankenhäuser mit Weltklasse-Einrichtungen, renommierten Ärzten, geschultes para-medizinisches Personal und Techniker sowie internationaler Flugverbindungen. Außerdem genießt Kerala auch Vorteile wie einen hohen Hygienestandard, die etablierte Tourismusbranche mit ihren hochwertigen Resorts und Hotels sowiewettbewerbsfähige Kosten bei medizinischer Behandlung und Standortvorteile für einen erholsamen Urlaub.

Kostengünstige Verfahren in Kerngebieten wie Kardiologie, Orthopädie, Neurochirurgie, Nephrologie, Onkologie, zusammen mit alternativen Optionen für Ayurveda, Yoga und Homöopathie Therapien machen Kerala zu einem Standort mit großem Potential im Medizintourismus. Ein KPMG- und FICCI-Bericht schätzt eine jährliche Wachstumsrate von 15 Prozent im Gesundheitstourismus von Kerala.

Kein Ort wie dieser

Kerala’s ungewöhnliche sozioökonomische und demographische Situation wurde von Autor und Umweltschützer Bill McKibben so zusammengefasst:
„Kerala, ein Staat in Indien, ist eine bizarre Anomalie unter den Entwicklungsländern, ein Ort, der echte Hoffnung für die Zukunft der Dritten Welt bietet. Obwohl nicht viel größer als Maryland, hat Kerala eine Bevölkerung so groß wie Kalifornien und ein Pro-Kopf-Einkommen von weniger als $ 300. Aber seine Säuglingssterblichkeit ist sehr niedrig, seine Alphabetisierungsrate unter den höchsten auf der Erde und seine Geburtenrate unter Amerikas und fallend. Keralas Bewohner leben fast so lange wie Amerikaner oder Europäer. Trotz seiner einfachen von Reisfeldern bedeckten Ebenen, zeichnet sich Kerala statistisch als der Mount Everest der sozialen Entwicklung; Es gibt wirklich keinen Ort wie diesen.“

Armut und Reichtum

Die Darstellung zur Bildungssituation und der medizinischen Versorgung heißt dennoch nicht, dass Kerala keine Armut, Arbeitslosigkeit oder Umweltprobleme hätte. Es weist nur darauf hin, dass Kerala glücklichere Umstände als viele andere Bundesländer Indiens hat.

Ebenfalls hat Kerala Menschen in allen sozialen Schichten. Armut und Reichtum darf man auch nicht so hart urteilen. Dazu könnt ihr hier hier weiterlesen. Es gibt Erwartungen und Verantwortungen in sozial schwächeren Familien und stärkeren Familien. Zum Beispiel wäre es aus sozialer Sicht die Verantwortung eines Teeplantagenbesitzers, die lokalen Familien in der Umgebung anzustellen. Und natürlich ist er dann auch verpflichtet, die Familienangehörigen ebenfalls anzustellen oder die medizinische Versorgung dieser Familien zu unterstützen. Das Wort Anstellung hat im ländlichen Indien eine ganz andere Bedeutung, als man ihn aus dem Deutschen kennt. Aber dazu ein anderes Mal.

State of States 2016: Why Kerala remains India’s No 1

Travel guide Lonely Planet ranks Kerala among world’s 10 best family holiday destination

Kerala: India’s Best Family Destination in 2016

Medical Tourism india

Kerala Model

Kerala’s focus on education and healthcare has made it the socially most advanced state

Kerala Nayar Society

India: Health Statistics, 2000-2015

The Road to universal Healthcare in State

Private Hospitals Lead the Way in Kerala’s Health Sector

Health Tourism Prospects of Kerala

Kerala: Emerging Destination for Medical Value Travel

Mathematicians of Kerala

Kerala as good as US, OECD in saving newborn children

Theresa Moozhiyil

Theresa Moozhiyil

ist sowohl in Deutschland als auch in Indien aufgewachsen und mit den kulturellen Besonderheiten beider Länder tief vertraut. Sie hat über mehrere Jahre in leitender Funktion im Goethe-Institut Bangalore Aktivitäten zur Vermittlung deutscher Kultur in Indien begleitet. Heute arbeitet Sie als CFO für das IT Entwicklungszentrum der Categis Solutions Pvt. Ltd. Außerdem arbeitet Sie im Bereich Marketing und Sales für nachhaltigen Tourismus in Südindien: BASIS-Reisen Indien

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