Indiens Musik: Die Sitar – Zentrales Instrument der klassischen Musik Nordindiens

Die Indien Kolumne

Sebastian ZangGeschrieben von:

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Die Sitar hat einen eigentümlichen, anziehenden Klang, der spätestens mit seiner Verwendung in einigen Beatles Songs (vgl. Songs wie „Norwegian Wood“, „Within You Without You“, “Across the Universe”) auch im Westen bekannt wurde. Was sofort auffällt: Im Vergleich zur Gitarre (6 Saiten) hat die Sitar deutlich mehr Saiten (18 bis 20 Saiten): Vier Spielsaiten, drei Bordunsaiten und bis zu 13 Resonanzsaiten (unterhalb der Bundstäbe). Tatsächlich ist die Sitar auch schwieriger zu spielen als westliche Zupfinstrumente.

Der exotische Klang der Sitar rührt vor allem aus zwei wesentlichen Aspekten des Instruments. Zum einen hat der Steg eine spezifisch gekrümmte Form, so dass die Saiten der Sitar nur teilweise aufliegen, hierdurch wird der charakteristische obertonreichen Klang erzeugt. Zum anderen werden die Saiten beim typischen Spiel mit der Sitar vom Spieler seitlich verzogen, dabei kann die Tonhöhe um bis zu einer Sexte (!) erhöht werden, es entsteht das so exotisch anmutende Glissando. Man kann dieses „Verziehen“ der Saite sehr gut in nachfolgendem Video erkennen, wo die Sitar-Spielerin Anupama Bhagwat erzählt, wie Sie zum Sitar-Spielen gekommen ist:

In der einen oder anderen Konzertaufzeichnung ist Ihnen gegebenenfalls aufgefallen, dass manche Modelle einen Ballon-artigen Korpus besitzen. Dies ist die aufschraubbare Tumba, die vor allem die tieferen Frequenzen wiedergibt. Zu weiteren Besonderheiten rund um das Instrument vergleichen Sie nachfolgendes Video; hier arbeiten der klassische Konzertgitarrist Craig Ogden und die Sitar-Spielerin Roopa Panesar Unterschiede zwischen Gitarre und Sitar heraus.

Zu den bekanntesten Sitar-Spielern/Spielerinnen zählt zweifelsohne Vilayat Khan. Er ist bekannt für ein schnelles Spiel, und zwar auf einer eigens für ihn entwickelten Sitar mit nur zwei Spielsaiten, dafür aber vier (statt drei) Bordunsaiten und elf Resonanzsaiten. Viele Inder halten ihn für den besten Sitarji seiner Zeit.

Im Westen weit mehr bekannt ist Ravi Shankar, der seinerzeit George Harrison von den Beatles Sitar-Unterricht erteilte. Shankar arbeitete auch mit dem Geiger Yehudi Menuhin zusammen und erschloss in seinen Kompositionen für die Sitar die populäre und klassische westliche Musik. Seine Tochter, Anoushkar Shankar, setzt diese Tradition fort. Nachfolgend ein Video, wo Sie sich mit dem Stargeiger Joshua Bell ein leidenschaftliches Duett liefert:

Hier die Sitar im Zusammenspiel mit dem Klavier, auch mit Anoushkar Sharma.

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